Samuel von Brukenthal (1721-1803)

Samuel von Brukenthal gehört zu den bedeutendsten historischen Persönlichkeiten Siebenbürgens. Er studierte in Deutschland Verwaltungs- und Geschichtswissenschaften, Philosophie, sowie Theologie. Sein beruflicher Aufstieg in der Verwaltung begann durch die Heirat der Tochter des Bürgermeisters von Hermannstadt. 1753 führten ihn seine Staatsaufgaben nach Wien, wo er die berühmte Kaiserin  Maria Theresa kennenlernte, die seine Förderin und Vertraute wurde.1777 – 1787  regierte er  als Gouverneur für Siebenbürgen an dem Habsburger Hof in Wien. 

Er war der einzige Sachse, der jemals als Landesherr eingesetzt wurde.  Die europäischen  Ideen der Aufklärung beeinflussten ihn seit dieser Zeit.  Als leidenschaftlicher Sammler interessierte er sich für Kunst, Münzen, Bücher, Mineralien und Pflanzen.

Beeinflusst von seinen Aufenthalten in Wien, gestaltete er die Sommerresidenz in Freck  nach dem Vorbild des kaiserlichen Schlosses in Schönbrunn.

In seinem Testament vermachte er sein Lebenswerk als Gesamtes einem Erben, der zwar das Nutzungsrecht, aber nicht die Verfügungsgewalt erhielt. Nach dem Erlöschen der erbrechtlichen Linie sollte die evangelische Kirche Rechtsnachfolger sein. Das war eine weise, vorausschauende Tat, denn sie verhinderte die Zerstreuung und Zerstörung der Kollektionen. So entstand mit seinem Palast in Sibiu  1817 das erste und größte Museum Südosteuropas mit einer überaus wertvollen Bildersammlung.